Binsdorf

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Binsdorf

Binsdorf um 1650 (Bild im Rathaus)

Funde von Steinwerkzeugen aus der Mittel- und Jungsteinzeit (bis 2000 v. Chr.) belegen frühe Siedlungen.
Aus der Kupferzeit (ca. 1800 v. Chr.) wurde im Jahr 1955 auf der Flur 'Hasloch' ein 505,5g schweres Kupferflachbeil gefunden. Dieses beinahe 4000 Jahre alte Stück ist bis jetzt der älteste vorgeschichte Fund auf der Gemarkung.
Binsdorf ist schon in der frühesten Vorzeit besiedelt gewesen. Es sind Funde aus der Bronzezeit, der Römerzeit und aus der germanischen Erstbesiedlung durch die Alemannen aufzuweisen.

Die Gründung des Ortes fällt, wie schon die Namensendung sagt, in die Karolingerzeit. Zum ersten Male wird "Binztorph" urkündlich im Jahre 843 erwähnt. Es war natürlich ein denkwürdiger Tag, als am 29. November 1315 Binsdorf, auf Bitten des Grafen Rudolf von Hohenberg, der durch einen Rechtsakt des Königs Friedrich aus dem Hause Habsburg, zur Stadt erhoben wurde. Nach der Stadtgründung erschienen im Stadtsiegel abwechselnd die Schilde der Zollern und Hohenberger, am häufigsten aber das österreichische Wappen.

Im 12. und 13. Jahrhundert wurden die Orte Berkheim und Ammelhausen, weil sie abgegangen waren, und die Hälfte der Markung Bubenhofen (1465) in die Gesamtmarkung Binsdorf, dem Schultheißen, den Richtern und Bürgern der Stadt seinen Teil und sein Recht auf sein Ableben für 320 Pfund Heller.

Binsdorf gehörte schon in frühester Zeit dem Kloster Reichenau und dürfte auch von ihm gegründet worden sein. Die Pfarrei Binsdorf wird erstmals 1275 erwähnt.
Der heilige Markus als Kirchenpatron, der seit 1930 genannt wird, deutet auch darauf hin. Heute trägt Binsdorf den Markuslöwen in seinem Wappen.

Der Stadtcharakter Binsdorfs unterstreicht ein um 1280 gegründetes Frauenkloster, das bis nach der Reformationszeit "Klause" genannt wurde. Zunächst war die Klause ein Beginenhaus, das sich im Jahre 1312 dem Dominikanerorden unterstellte. Um 1500 ließen sich die Nonnen in die Konfraternität des Kartäuserordens aufnehmen und hielten guten Kontakt mit der Kartause Güterstein bei Urach. 1806 wurde das Kloster aufgehoben und das Klostergebäude an die hiesige Kirchenpflege verkauft.

Vermutlich hatte die Stadt schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein Brand heimgesucht. Am 8. September 1799 wurden bei einem Großbrand 48 Gebäude vollkommen zerstört. Am 17. September 1904 wurde die Stadt wieder von einem furchtbaren Brand heimgesucht. Von 125 Häusern brannten 93 nieder. Die Kirche und der Klosterbau wurden von beiden Großbränden verschont und bieten vom Keinbachtal her, auch heute noch, einen prächtigen Anblick.

Von den Räuberbanden eines Hanickel und Schinderhannes blieb Binsdorf auch nicht verschont. Mündlich überlieferte Erzählungen berichten davon. So hatte einmal ein Bauer in Rosenfeld ein Stück Vieh verkauft. Bei Einbruch der Dunkelheit kam er zu Hause an und leerte seinen Geldbeutel auf den Tisch, um das Geld noch einmal nachzuzählen. Die Kinder schauten dem Vater zu und da am nächsten Tag Markttag war, baten sie ihn um einen Marktkreuzer. Er hatte schon nachgerechnet, dass seine Einnahmen die Schulden nicht deckten. Um Ruhe vor seinen Plaggeistern zu bekommen, besann er sich auf eine Ausrede. Er nahm den gefüllten Beutel, öffnete das Fenster und rief in die Dunkelheit hinaus: "Schinderhannes, nimm du den Beutel mit!" Der Bauer spürte auf einmal seine leere Hand und eine Stimme rief: "Der Schinderhannes dankt!"

Am 4. Oktober 1909 wurde die erste "staatliche Kraftwagenverbindung zur Personenbeförderung" auf der Linie Balingen - Binsdorf - Rosenfeld - Oberndorf mit der Abzweigung Rosenfeld - Sulz eröffnet.

Im Jahre 1965 beging man mit großen Feierlichkeiten das 650-jährige Stadtjubiläum.

Nach der Eingemeindung der Stadt Binsdorf 1974 im Zuge der Gemeindereform, wurde Geislingen zum 1. Januar 1975 der Stadttitel verliehen.